Bild 1: Andy Warhol in the Factory, New York, 1967
Foto: Santi Visalli, MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
Bild 2: George Condo: Red Antipodular Portrait, 1996, Öl auf Leinwand, Privatsammlung
Courtesy Privatsammlung, Sprüth Magers Berlin London und Per Skarstedt Gallery, New York
© George Condo, member Artists Rights Society (ARS), NY
Frankfurt lebt vor allem durch seine Kontraste, auch wenn angesichts der momentanen Bauwut eher der Eindruck einer Ruinenstadt entstehen mag. Hochhaus trifft auf Fachwerk, Wirtschaft auf Kunst, alt auf neu. So ballt sich inmitten der Frankfurter Altstadt nahe des traditionslastigen Römer die Gegenwartskunst. Das
MMK (Museum für Moderne Kunst) und die
Kunsthalle SCHIRN, zwei der etablierten Kulturpole der Stadt verkörpern für mich grundsätzlich Orte der Auszeit vom Alltag, eine Möglichkeit zur Regeneration und vor allem immer wieder neue Inspiration.
Aktuell bieten beide Häuser Ausstellungen, bei denen sich ein Besuch definitiv lohnt.
Bild 1: Andy Warhol: Daily News, 1962
Foto: Axel Schneider MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
© 2011 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts / Artists Rights Society (ARS), New York
Bild 2: Andy Warhol: A Boy for Meg [2], 1962
National Gallery of Art, Washington, Gift of Mr. and Mrs. Burton Tremaine, 1971.87.11
© 2012 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society (ARS), New York
Bilder via MMK
Unter dem Titel
"Warhol - Headlines" widmet sich das
MMK seit dem 11. Februar der Auseinandersetzung
Andy Warhols mit den Massenmedien. Der Künstler und Medienstar, dessen Ruhm heute nach wie vor ungebrochen scheint, hat wie kaum ein anderer die Kunst revolutioniert, den Pop in das Etablierte gebracht und um den Reiz zwischen Einzigartigkeit und Massenprodukt gewusst.
Sein wohl bekanntestes Zitat "In the future everyone will be world-famous for 15 minutes" nimmt in Zeiten von Internet und Web 2.0 fast schon prophetische Züge an. Wahrhol wusste um den Einfluss der Medien auf die Gesellschaft und ist nicht davor zurück gescheut, die Sensationslust kritisch, oft sogar satirisch zu beleuchten. Eine wunderbare Ausstellung, die sich nur zu gut in die verwinkelte Architektur des MMK einfügt.
Warhol: Headlines
11. Februar - 13. Mai 2012
MMK Frankfurt
Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main
Bild1: George Condo: Celestial Bodies, 2010, Acryl und Pastell auf Leinwand
Courtesy Privatsammlung, New York, Sprüth Magers Berlin London und Per Skarstedt Gallery, New York
© George Condo, member Artists Rights Society (ARS), NY
Bild 2: George Condo: Lady Crimp, 1984, Öl auf Leinwand
Courtesy Privatsammlung, Sprüth Magers Berlin London und Per Skarstedt Gallery, New York
© George Condo, member Artists Rights Society (ARS), NY
Bilder via SCHIRN
Mit der Ausstellung
"Mental States" die sich dem Schaffen des amerikanischen Künstlers
George Condo widmet, zeigt die
Kunsthalle SCHIRN seit dem 22. Februar nicht minder den kritischen Umgang mit Gesellschaft, allerdings auf eine ganz andere Weise.
Ironisch, provokant, witzig – drei Schlagworte, die wie die Faust aufs Auge passen. In einer expressionistisch-surrealistischen Mischung setzt sich Condo mit Bedeutung von Äußerlichkeiten, insbesondere auch auf Ebene des Porträts, auseinander. Er selbst bezeichnet seine Figuren als
„antipodal beings“, weil sie die versteckten Ebenen des Unterbewusstseins nach außen tragen. Den Menschen darstellen, wie seine Seele ihn zeigt, statt sich nur auf die Hülle und den äußeren Schein zu konzentrieren, vielleicht eine Möglichkeit der Herangehensweise an das Œuvre des Künstlers. Ein Besuch der Ausstellung fasziniert in jedem Fall.
George Condo. Mental States
22. Februar - 28. Mai 2012
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Römerberg, 60311 Frankfurt
In diesem Sinne: Zwei Ausstellungen, ein übergeordnetes Thema und dabei zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen.